2000

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06/2000    07/2000

 

Juni

Endlich Sommer in Deutschland, Zeit um den Führerschein in D. zu schonen. Was macht man da?
Man fährt i.A. in die Alpen oder sonstwohin, wo es noch aweng lockerer zugeht.

Diesmal war's etwas durcheinander.
zuerst war ich mit Jochen, Jochen und Freundinnen Richtung Turin unterwegs, hat aber von der Zeit nicht geklappt. Also Jason angerufen, vom Gaviapaß in knapp 5 Stunden nach München zurück (naja, noch ein kleiner Abstecher richtung Zirog-Alm inbegriffen, Ausgeschlafen, Sachen ausgepackt, und gaanz leichtes Gepäck genommen (damit AffenTwin gegen CBR 900RR nicht ganz alt aussieht). Meine liebste hat sich gefreut, daß ich noch mal eine Nacht zu Hause war, bevor sie für einige Monate im Ausland arbeitet.

Donnerstag Mittag kam Jason mich abholen und es ging im entspannten Tempo erst mal zum Kochelsee eine Runde aufwärmen. Dann dieses gelangweilte Österreichgefahre, immer schön wie's der Herr Oberbezirkstrottelkommisar es will. (Man muss halt am Brenner so argumentieren: jomei, wos wöllnsedenn, Herr Kömmisär, i bün doch auf die geraden immer schee mit 50 gefohren, goonz noch vohrschrift, (nix von den Kurven erzählen und nicht die inzwischen warmgefahrenen Reifen anschaun lassen).
Endlich die Grenze passiert: FREIHEIT (nur abseits der Brennerbundesstrasse) Auf nach Sterzing zum Eisessen, und etwas Zeit verbummeln, damit das Durchschnittstempo nicht zu hoch wird. 

Jauffenpass, so ein Glück, dass ich erst vor 2 Tagen dort war und noch jedes rumliegende Kieselsteinchen kannte. Leider waren nur  Moppeds unterwegs, die trotz ZXR und CBR und GSX-R u.s.w. aber trotzdem nicht ihre Angststreifen am Hinterrad (Anm.: Angststreifen ist das woran man sieht, wieviel Schräglage das Mopped schon mitgemacht hat.) nicht wegradieren wollten. Schön, wenn man genug PS hat, (Meine Karre leider nicht) aber schöner, wenn man in den Kurven a)später b)überhauptnicht bremst. So kam es, dass wir beide auf den paar Kilometern Jauffenpass ein paar hundert! Moppeds hinter uns lassen durften. Als wir wieder unten im Tal waren, war es und etwas zu nervig noch einen und noch einen MC zu überholen. Was schleichen die eigentlich auf den ultragenialen strässchen und erzählen abends beim Bier wie cool und hardcore sie doch gefahren seien.
Nichtsdestotrotz sind wir über Bozen und das Eggental (hier folgen noch Fotos die ich beim Fahren gemacht habe...) in die Sella gefahren. Dort haben wir die ersten 2 Moppeds gefunden, die mir ein Brett verpasst haben. Hut Ab! aber Jason hatte seinen Spass mit denen. Für mich war das der Grund heute nach einen Tuning für meine Karre zu fragen. Mal schaun, ob mir das die Kohle wert ist.

Abends waren wir dann in einem genialen Hotel mit Whirlpool, Schwimmbad und co.

Freitag zum Warmfahren Richtung Seiser-Alm, umgekehrt und dann die Sella gemacht, über den Falzaregopass nach Cortina und dort fand ich Sie:

DIE MOTOCROSSSTRECKE von CORTINA di AMPEZZO

..zu finden nach den ersten Kehren des 3 Zinnen Passes auf der rechten Seite geht ein Schotterweg in den Wald hinauf, dort das wahre Paradies, nachdem ich ein paar aufwärmdrifts und -jumps gemacht hatte sah ich die HERAUSFORDERUNG: 50m lang, ca 20 Höhenmeter, im Endbereich über 100% Steigung (merkt man daran, dass man da schon beim Laufen 2Beine und 2 Hände am Boden braucht ;-) ), noch mal überlegt, ob ich den Tankrucksack und den Rucksack doch lieber abschnalle, aber nein, meine Faulheit hat gesiegt! und dann GAAAAAS, GAAAAS GAAAS GAAS GAS, und der Stein, lächerliche 10cm aus dem Boden herausstehend, ca. 3 Meter vor dem Ende, am Steilsten Stück veranlasste mich das dingens einen Wheelie zu machen, naja, bei 45° schräglage einen Wheelie ist dann doch nicht mein Ding, also lies ich entgegen all meiner Gewohnheiten meine Karre los. Was natürlich nicht dazu führte, dass sie sich sanft und säuseld hinlegte, Ende des Liedes: Sie nahm beide rechten Fussrasten, den Spiegel und das Motorschutzblech als Anker. Immerhin rutschte das Ding nicht den ganzen Hang hinunter.

Als Jason irgendwie hochgekrabbelt kam meinte er nur was von "Das ist ja auch nicht die richtige Karre dafür... bla bla bla"  wir brauchten ca. eine halbe Stunde und 5 Liter Schweiss um das Ding wieder runterzuschieben. Danach sind wir eine Werkstatt suchen gegangen. Irgendwo in einem Industriegebiet fanden wir eine Firma mit  einer vernünftigen Rohrzange, mit der wir die nicht abgerissene Fussraste wieder so hinbogen, sodass wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. 
Da es inzwischen nach Regen aussah, beschlossen wir die paar hundert Kilometer nach Kroatien weiterzufahren, am Abend kamen wir, nach kurzem Aufenthalt in Rijeka in Crikvenica an. Nach ca. 1 Stunde Suche und Fragerei fanden wir bei einem älteren Ehepaar ein Zimmer für 200 Kuna für uns beide für 2 Nächte. (50DM) Abendessen konnten wir auch reichlich, da Crikvenica im Gegensatz zur Insel Krk kein von Deutschen verseuchtes Touristengebiet ist und damit für Kroatien noch relativ normale Preise hat. (Bier in Kneipe ca. 6KN = 1,50DM)

Nachdem wir noch einen Ganzen Tag faul am Meer gelegen waren, sind wir am Sonntag durch unendlich viel Regen heimgefahren. Leider brauchten wir für die ersten 180km schon 3 Std. (Die ganzen Wohnwagenfahrer meinen halt, sie wären die einzigen auf der Welt bei Tempo 30..)

 

August

August 2000, der 30. Geburtstag. Es stellt sich die entscheidende Frage: was mache ich zu meinem 30 Geburtstag. Die Antwort ward schnell gefunden: MOPPEDFAHREN! Also einen Tag freigenommen, für das verlängerte Wochenende, vorher noch ein Familientreffen in Aalen gehabt, von dort aus mit nur 10 Minuten Verspätung nach Varese (zwischen Lago Maggiore und Comosee gelegen) gefahren, dass ich dabei (wie scheinbar jeder Moppedfahrer im leben) am St. Bernhard ein Hagelgewitter hatte und auf der Strasse über die ganzen übervorsichtigen Autofahrer, die meinten mit ihren Dosen und Wohnwagen muss man da jetzt sich sogar von Fußgängern und alten Omas  (die Schweizer, besonders langsame Sorte) überholen lassen. Naja, einem Mopped kann das bißchen Hagel auf der Straße nichts ausmachen (das animiert höchstens zu besseren Leistungen), das verstehen nur leider die meisten besserwissenden Autofahrer gar nicht.

Vorteil des ganzen war, ich hatte noch nie so wenig Sprit verbraucht, wie in der Schweiz woran das wohl liegen mag, Ich weiss es nicht und will es auch ehrlich nicht wissen. Das einzige was ich weiss, in der Schweiz möchte ich nie leben müssen - viel zu sparsam das alles ;-)).

War ich froh, die Schweizer-Italienische Grenze hinter mir zu lassen, endlich wieder zu wissen, dass unter mir ein Motor werkelt und nicht irgendwas vor sich hinsummt.

Jason traf ich dann wie gesagt mit 10 min Verspätung am Ortsschild von Varese, er war auch gerade erst angekommen. Wie man sieht, kann man heute auch noch ohne Handy leben.

Nach einer längeren Suchaktion für eine Nachtbleibe wurden wir auch noch fündig, und nach einem längeren Fußmarsch durch die Stadt landeten wir (leider) bei dem Restaurant mit dem großen "M" (alles andere hatte schon zu).

Am nächsten Morgen dann die Überraschung: Es regnete und regnete und regnete. Unser ursprünglicher Entschluß die Westlichen Alpen unsicher zu machen löste sich also buchstäblich in Wasser auf. Der Entschluß: wie immer Richtung Gardasee. Diesmal halt von hinten. Also erst mal Autostrade gefahren, bis sich der Regen gegen mittag und 50 km hinter Milano eines besseren besonn und uns eine Chance gab, glücklich zu werden. Dann schnell die nächstbeste "Pass"Strasse gesucht, und ab gings. Die Reifen waren schnell warm, wir auch und die Hatz konnte beginnen.

 

(c) by Wolfgang Zerzawy 07-Mai-08 12:11   

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